Die Geschichte des Mikroskops

Verschiedene Stereomikroskoptypen

Stereomikroskope


Stereomikroskope (manchmal auch als Präpariermikroskope bezeichnet) sind relativ leistungsschwache Mikroskope, die üblicherweise zur Abbildung von ganzen Objekten verwendet werden (Komponenten auf einer Leiterplatte), oder wenn die Probe auf irgendeine Weise manipuliert werden muss, wie beispielsweise beim Sezieren oder in der Uhrenherstellung. Ein Stereomikroskop besteht im Wesentlichen aus zwei Mikroskopen (mit getrenntem optischen Strahlengang), welche denselben Punkt aus einem etwas unterschiedlichen Winkel fokussieren. Dadurch entsteht ein dreidimensionales "Stereobild" des Objekts, es entsteht also derselbe räumliche Bildeindruck wie beim Sehen mit beiden Augen!


Ein "Stereobild" liefert ein sehr natürliches Abbild mit guter Tiefenwahrnehmung und ist daher ideal für Anwendungen, bei denen die Hand-Augen-Koordination im Vordergrund steht. Stereomikroskope besitzen auch einen etwas größeren Arbeitsabstand als zusammengesetzte (Compound-) Mikroskope, wodurch manipulative Aufgaben, wie z.B. Sezierungen, relativ einfach durchführbar sind. Theoretisch sind Vergrößerungsfaktoren von x2 bis zu x300 möglich, sie bewegen sich aber typischerweise zwischen 20- und 80-facher Vergrößerung, abhängig von dem zu untersuchenden Objekt. Stereomikroskope können auf eine feste Vergrößerung (oder mehrere einstellbare feste Vergrößerungen) ausgelegt sein, oder über einen Vergrößerungszoom verfügen. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, das für Sie geeignete System hängt immer von Ihren Anforderungen und natürlich auch von Ihrem Budget ab.



Greenough und CMO (Common Main Objective) Stereomikroskope


Ihr Gehirn und Ihre Augen arbeiten zusammen, um "Stereoskopisches Sehen" zu ermöglichen, wodurch wir räumliche, dreidimensionale Bilder der uns umgebende Objekte erfassen können. Die Augen liegen beim Menschen durchschnittlich 6,5 cm auseinander und jedes Auge hält die Welt in einem leicht abweichenden Blickwinkel fest. Werden diese Bilder nun zum Gehirn weitergeleitet, verschmelzen sie zu einem dreidimensionalen Bild mit einem hohen Maß an Tiefenwahrnehmung. Stereomikroskope nutzen diese Tiefenwahrnehmungsfähigkeit durch Übertragung von leicht geneigten Doppelbildern (üblicherweise zwischen 10 und 12 Grad), um einen stereoskopischen Effekt zu erzeugen.


Moderne Stereomikroskope können in zwei grundlegende Gruppen unterteilt werden. Greenough-Stereomikroskope (nach ihrem Erfinder benannt) verwenden zwei konstruktiv getrennte und geneigte Strahlengänge, um die Stereowirkung zu erzeugen. CMO-Stereomikroskope nutzen hingegen ein einzelnes Hauptobjektiv (CMO - Common Main Objectiv), das von einem Paar Okulartuben und Linsensystemen gemeinsam verwendet wird.


Vergleich des Aufbaus von Greenough- und CMO-Stereomikroskopen

Vergleich des Aufbaus von Greenough- und CMO-Stereomikroskopen


Greenough-Stereomikroskope werden üblicherweise für arbeitsintensive Routineanwendungen eingesetzt, beispielweise zur Prüfung von Leiterplatten, Sezierung von biologischen Proben oder ähnlichen Routineaufgaben. Diese Mikroskope sind relativ klein, kostengünstig, sehr robust, einfach anzuwenden und leicht zu warten.


CMO-Stereomikroskope werden im Allgemeinen für komplexere Anwendungsbereiche eingesetzt, welche hohe Auflösungen mit hochentwickeltem optischem und beleuchtungstechnischem Zubehör erfordern. Das umfangreiche Zubehörangebot für diese Mikroskope ist eine ihrer größten Stärken.







Allerdings spielen die Kosten beim Kauf häufig eine wichtige Rolle. CMO-Stereomikroskope können um ein Vielfaches mehr als Greenough-Stereomikroskope kosten, das beeinflusst natürlich die Kaufentscheidung sehr stark.

History of the microscope